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NUMISMATISCHE GESELLSCHAFT
ZU BERLIN e.V., gegr. 1843

'Belehrung und Unterhaltung im Fache der Münzkunde ...'
(Aus den Statuten der Gesellschaft 1844)

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Provenienz und Vorbesitzerinformationen / Normdaten im IKMK - Online Catalogue now featuring Provenance information and Linked Open Data

23. Oktober 2016

Aktualisierung 23.10.2016: Seit dem Mittwoch letzter Woche können die Benutzer des IKMK aktiv nach Vorbesitzern und Veräußerern von an das Münzkabinett Berlin gelangten Münzen, Medaillen und anderen Objekten suchen. Das Programm bietet nach den jeweiligen Kategorien Auswahllisten mit den Namen der betreffenden Personen und Körperschaften an. Damit ist der Öffentlichkeit ab jetzt zu jeder Zeit ein vollumfängliche Suche über den bisher publizierten Datenbestand des Münzkabinetts möglich.
Zudem kann nun auch nach weiteren 'Rollen' d.h. Beziehungen Personen/Körperschaften zu Objekten aktiv gesucht werden: So steht für die Gruppe der auf unseren Objekten dargestellten Personen ebenso eine entsprechende Auswahlliste zur Verfügung wie für die Medailleure. Ein weiteres Menüfeld („weitere Pers./Körpersch.“) ermöglicht eine Abfrage über zusätzliche jeweils anzuwählende Personengruppen wie Münzmeister, Wardeine, antike Magistrate und z.B. Medaillenverlage. Zu finden sind diese und die schon bekannten Auswahlfelder unter dem Reiter Text.

Auch die Münz-Kataloge der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sind im Rahmen des NUMiD-Projektes in Kooperation mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin auf diesen Stand gebracht worden (Münzdatenbank und Onlinekatalog nach Vorlage ww2.smb.museum/ikmk und mit gemeinsamer Stamm- und Normdatenverwaltung im NUMiD-Netzwerk für das semantische Web). Siehe hier unsere Nachrichten vom 22.8. und 20.6.2016.

Seit dem heutigen Tag (18. April 2015) sind im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (IKMK) weitere Informationen für dessen Benutzer freigeschaltet: 1) Nennung der Vorbesitzer und Veräusserer von Objekten im Bestand des Münzkabinetts zur Erläuterung des Erwerbungsvorganges 2) Verlinkung und Zugriff auf weitere Normdaten zu Personen inklusive der Medailleure und dargestellten Personen sowie - neu - auf Geodaten zu Münzstätte/Ausgabeort sowie dem Fundort (soweit vorhanden).
Zudem kann jeder Objekteintrag nun gesondert als LIDO-Datei exportiert werden (siehe das Logo unten rechts).

Aktualisierung 15.8.2016: Zudem wird jetzt in jenen Fällen, in denen zum historischen Erwerbungsvorgang keine Informationen mehr vorliegen (welche in den jeweiligen Datenfelder eingepflegt werden könnten), ein zusätzliches Feld „Provenienz“ ausgegeben, welches den frühesten Nachweis des jeweiligen Objekts im Bestand des Münzkabinetts beschreibt.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind Informationen zum Vorbesitzer nur sichtbar, wenn der Erwerbungsvorgang mindestens 70 Jahre zurückliegt, d.h. der heutige Stand erlaubt einen Überblick aufsteigend bis zum Jahr 1945 einschließlich. Ausnahmen hiervon sind jüngere Zugänge durch die öffentliche Hand (z.B. Überweisungen aus Ministerien oder Staatsbanken), Erwerbungen von zeitgenössischen Medailleuren (deren Personeneinträge bereits auf www.medaillenkunst.de einsehbar sind) sowie Angaben zu Vorbesitzern, die anderenorts als solche publiziert oder bereits verstorben sind. Veräusserer - hier meist gewerbliche Händler - sind immer sichtbar.

Die Erwerbungsnummer [Acc.] eines Objekts (wenn vorhanden) hat das Formular 'Jahr/laufende Nummer' bzw. 'Jahr Sammlername', also z.B. 1909/241 bzw. 1906 Löbbecke. Das Erwerbungsjahr erschließt sich damit sofort aus der zugehörigen Nummer. Von 1839 bis 1870 sind im Erwerbungsbuch der antiken Münzen die Nummern durchlaufend aufsteigend bis 28965 gezählt. Danach beginnen diese in jedem Jahr neu mit Jahr/1. Das 1946 angelegte und bis zur Rückkehr der Sammlung 1958 geführte Inventar zählt ebenfalls durchgehend auf bis zur 1958/8925.
Aufgrund der bis 1868 gültigen organisatorischen Trennung der Bestände in antike Gepräge einerseits und mittelalterliche und moderne Münzen samt Medaillen andererseits, finden sich bis zu diesem Jahr 1868 auch Erwerbungsnummern im Formular '1823 fol. 8,1 (MA Inv.)' bzw. '1858/339-1 (MA Inv.)', welche auf entsprechende Erwerbungsbücher verweisen. Zudem bestand von 1688 bis 1713/1730 ein älteres Erwerbungsbuch der Antiquitätenkammer, dessen Einträge ebenfalls dem Formular Jahr/Seite (folio) folgen.
Für Objekte, welche vor 1839 (der Anlage des ersten modernen Erwerbungsbuches) erworben wurden, ist unter Acc. (wenn nicht genauere Informationen vorliegen) dort 'Alter Bestand (vor 1839)' eingetragen. Für Objekte, die z.B. bereits in Lorenz Begers Thesaurus Brandenburgicus I-III von 1696-1701 erscheinen oder aufgrund anderer Quellen diesem Zeitraum zuzuweisen sind, steht dort 'Alter Bestand (vor 1700)'. Das Kürzel '1685 Pfälzer Sammlung' verweist auf eine Herkunft aus der Kurfürstlichen Pfälzischen Münzsammlung, welche als Erbfall 1685 von Heidelberg nach Berlin gelangt ist (siehe Begers Thesaurus Palatinus), Acc. '1791 Ansbach' bezieht sich auf die seinerzeit durch den preußischen König erworbene Sammlung der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach in Bayreuth.

Aufgrund der Entführung von Sammlung und Bibliothek durch die Rote Armee am Ende des 2. Weltkrieges kam es beim bzw. nach dem Transport in die Sowjetunion zu einer Trennung von Objekten und zugehörigen Unterlagezetteln (den sogenannten Kartellen) mit den jeweiligen Herkunfts- bzw. Erwerbungsinformationen. Für rund 30 Jahre wurde die Sammlung nach ihrer unerhofften und glücklichen Rückkehr im Jahre 1958 einer Revision unterzogen, um Sammlungsordnung und Herkunft der Stücke anhand von Inventarbüchern und Publikationen rekonstruieren zu können.
In jenen Fällen, in denen keine solche Informationen mehr vorliegen, ist unter Acc. heute 'Ohne Nummer' eingetragen. Häufig kann aber anhand der in den Inventarbüchern genannten Bestandszahlen und Belegen für eine frühere Präsentation dieser Stücke in der Dauerausstellung des damaligen Kaiser Friedrich-Museums (heute Bode-Museum) von 1904 davon ausgegangen werden, dass diese Objekte vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges in die Sammlung gelangt sind.

Chronologisch absteigende Abfolge der wichtigsten Erwerbungsformulare:

- 1871 bis 1943; 1959 bis heute:
die Erwerbungsnummer [Acc.] eines Objekts hat das Formular 'Jahr/laufende Nummer' bzw. 'Jahr Sammlername', also z.B. 1909/241 bzw. 1906 Löbbecke.
- 1946 bis 1958:
eigenes Inventar für Neuerwerbungen nach Verlust der Sammlung, Formular Jahr/Nr.
- 1839 bis 1870: Jahr/Nr. (Antike)
- Alter Bestand (vor 1839)
nachweislich vor Anlage des Erwerbungsbuches 1839 (s.o.) im Bestand
- 1823 bis 1868 (MA Inv.):
verwaltungstechnische Trennung der Bestände in antike Gepräge einerseits (s.o.) und mittelalterliche und moderne Münzen samt Medaillen andererseits, Nutzung eines eigenes Inventars, Formular Jahr/Seite (fol.), teilweise mit zugehöriger Nr., bzw. nur Erwerbungsnr. mitsamt Stücknr.
- 1791 Ansbach
Sammlung der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach
- Alter Bestand (vor 1700)
insbesondere aus Lorenz Begers Thesaurus Brandenburgicus Band I-III von 1696–1701. Band 3 enthält die Neuerwerbungen seit 1685.
- 1688 bis 1713/1730:
ein älteres Erwerbungsbuch der Antiquitätenkammer, dessen Einträge ebenfalls dem Formular Jahr/Seite (folio) folgen.
- 1685 Pfälzer Sammlung
insbesondere aus L. Begers Thesaurus ex thesauro Palatinus selectus von 1685

Downloads:
Erläuterung zu Erwerbungsnummern (Deutsch)
Reading Accession nos. (English)

Links:
Ein Kaiser und drei Sammler
Ein Kaiser, ein Händler und drei Sammler
Ein Papst, sein Medailleur und ein berühmter Sammler
Aus den Sammlungen Biedermann, Gabelentz und Kardinal Albani
Aus dem Besitz der Königin Christina von Schweden
Bei dem Berliner Händler Felix Schlessinger erworben
Ohne Provenienz, aber mindestens seit 1904 im Bestand

Wolfgang Haney (1924-2017)

18. Oktober 2017

Nachruf auf Wolfgang Haney von unserem Mitglied Lutz Fahron.

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