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Nachrichten

Jahresbericht des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin für 2017

19. Mai 2018

Das Jahr 2017 war für das Münzkabinett in vielfacher Hinsicht ereignisreich. In die Bilanz gehören drei eigene Ausstellungen, zwei größere Kolloquien, der Relaunch unserer Website, das Ende zweier und der Beginn dreier Forschungsprojekte, ein spektakulärer Diebstahl, die Rückerwerbung einer wertvollen Münze nach 72 Jahren und die Übereignung des Medaillennachlasses von dem Bildhauer Gerhard Rommel.

In der Nacht zum 27. März wurde in das Bode-Museum eingebrochen. Die Diebe erbeuteten die 100 kg schwere kanadische Goldmünze ‚Big Maple Leaf‘, die sich als Dauerleihgabe in unserer Ausstellung befand. Es stellte sich heraus, dass ein Wachmann beteiligt war, so dass es den Einbrechern gelang, drei ineinander greifende Sicherheitssysteme der Museen zu überwinden. Die mutmaßlichen Täter aus einer in Berlin ansässigen arabischen Großfamilie wurden verhaftet, die Münze bleibt aber verschwunden.

Drei Ausstellungen hielten das Münzkabinett in Atem. Auf die Ausstellung ‚Muse Macht Moneten‘ folgte ‚Syria Antiqua‘ und im November schließlich ‚Menschenbilder‘, die nun für rund ein Jahr zu sehen sein wird.

Ein Postdoktoranden-Projekt zu den Fundmünzen von Priene endete mit einem eintägigen Kolloquium. Die Bestände der Grabungen seit 1998 sind nun komplett erfasst und in großen Teilen veröffentlicht. 2017 wurden in einem Einjahresprojekt 1.200 antike syrische Münzen im Interaktiven Katalog veröffentlicht und in Teilen in einer Ausstellung präsentiert. Das Münzkabinett sieht in der Publikation seiner Bestände im World Wide Web und der Erstellung von Musterbeschreibungen einen Beitrag zum Kulturgüterschutz. Das Thraker-Projekt (www.corpus-nummorum.eu) lief zunächst unter Verwendung von Eigenmitteln auf niedriger Flamme weiter und erhielt dann durch den Beginn einer neuen Förderung ab Mitte Mai neuen Schwung.

Die Publikation der Bestände im World Wide Web wurde auch 2017 nicht vernachlässigt. In den jetzt über 32.000 qualitätvollen Veröffentlichungen seit 2007 stecken wenigstens zwanzig Personenjahre Arbeit. Entscheidender war aber für dieses Jahr der nach zehn Jahren Betrieb erfolgreiche Relaunch der Website und der Start des NUMiD-Projektes, in dem das Münzkabinett z. Zt. 30 universitäre Münzsammlungen zur Erfassung ihrer Bestände ertüchtigt.

Downloads:
Jahresbericht als pdf (2 MB)

Links:
Jahresbericht in academia.edu

Vernetzung bedeutet Normierung - Normierung bedeutet Fähigkeit zum Datenaustausch

30. Juli 2018

Grundlage für einen freien Austausch der Wissenschaften und ihrer Diziplinen in der digitalen Welt ist die Nutzung von normierten Konzeptansetzungen und Identifikatoren. Ein Austausch zwischen Objektdatenbanken (z.Bsp. dem IKMK des Münzkabinetts) und Themenportalen (z.B. OCRE, dem digitalen RIC-Portal) kann nur stattfinden, wenn beide Instanzen sich auf gemeinsame Identifikatoren zur Beschreibung von numismatisch relevanten Konzepten verständigt haben. Nur so ist sichergestellt, dass Durchmesser und Diameter dasselbe bezeichnen, dass Gaius Caesar gleich Caligula ist.
Doch besteht die Arbeit im Berliner Münzkabinett nicht allein darin, den Berliner Bestand international zu vernetzen, sondern auch kooperierende Partner in dieselbe Lage zu versetzen.

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